Beispielhaft! Bereits realisierte Anlagen im Ruhrgebiet
Im Ruhrgebiet gibt es bereits mehrere Best-Practice-Beispiele für Freiflächen-Photovoltaik, die zeigen, wie unterschiedliche Flächen sinnvoll für die Energiewende genutzt werden können.
Ruhrgebiet-Karte
Der Solarpark Fröndenberg (15 MW) befindet sich auf einer ehemaligen Deponie entlang der A44 und ist die größte Freiflächen-PV-Anlage der Region. Durch die Nutzung einer vorbelasteten Fläche entsteht kein zusätzlicher Flächenverbrauch. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Konversionsflächen für klimafreundliche Energie genutzt werden können und erhielt im Rahmen des RVR-Symposiums Grüne Infrastruktur (2026) den Preis für das Projekt des Jahres.
Im Jahr 2024 entstand auf dem künstlichen Baggersee des Kieswerk Ellerdonks in Wesel die größte schwimmende Photovoltaikanlage des Landes NRW. Der produzierte Strom der 5,6 MW großen Floating-PV-Anlage wird unmittelbar vom dort ansässigen Auskiesungsbetrieb Holemans Niederrhein GmbH genutzt. Dadurch entsteht kein weiterer Flächenverbrauch, da die bislang als Betriebsgelände genutzte Wasserfläche zusätzlich für die Erzeugung von Strom und damit multifunktional genutzt wird.
Entlang der A40 in Neukirchen-Vluyn produzieren über 10.000 Solarmodule jährlich Strom für den Bedarf von 1.700 durchschnittlichen Haushalten. Die mit 6,6 MW zweitgrößte Freiflächen-PV-Anlage des Ruhrgebiets zeigt, wie Flächen entlang von hochfrequentierter Verkehrsinfrastruktur (Autobahnen und Schienenwege) effektiv für die Energiegewinnung genutzt werden können. Aus ökologischen Gründen wird auf Mähmaschinen verzichtet. Stattdessen übernimmt eine Schafherde die Rasenpflege.
Am Hauptsitz der AVU AG in Gevelsberg wurde 2026 eine der größten Solarcarportanlage des Ruhrgebiets in Betrieb genommen (0,43 MW, 114 Stellplätze). Die Anlage verbindet Stromerzeugung mit der bestehenden Parkplatznutzung und zeigt das Potenzial multifunktionaler Flächen. Die AVU AG nutzt rund die Hälfte des erzeugten Stroms für Gebäude und E-Mobilität selbst.
Duisburg Gateway: Freiflächen-PV-Anlage auf einer Industriefläche am Duisburger Hafen, die zum klimaneutralen Betrieb des Duisburger Gateway Terminal beitragen wird. Solarpark Xanten: eine 4-Megawatt-Anlage auf einem ehemaligen Nato-Stützpunkt. Solarpark Deusenberg: ein gutes Beispiel für die multifunktionale Nutzung einer ehemaligen Deponie in Dortmund. Silbersee III, Haltern am See: 2022 entstand die erste von nun zwei schwimmenden PV-Anlagen des Ruhrgebiets auf dem Gewässer des Regionalverband Ruhr.
Warum diese Projekte als Best Practice gelten:
- Nutzung vorbelasteter oder rekultivierter Flächen
- Keine Konkurrenz zu hochwertiger Landwirtschaft
- Beitrag zur regionalen Wertschöpfung Sichtbares Signal für den Strukturwandel
- Teilweise Kombination mit ökologischer Aufwertung
- Beispiele für die Vielfalt des Potenzials im Ruhrgebiet
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