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Die Entwicklung geht voran! Fragen und Antworten

Das passt: Solarenergie auf Freiflächen geht auch im Ruhrgebiet.

1. Verlieren wir unsere Lebensgrundlage?

Info:

¹Weniger als 20 % der landwirtschaftlichen Flächen im Ruhrgebiet dienen der pflanzlichen Ernährung, etwa 20 % werden für Energiepflanzen genutzt. Beim Strom- ertrag ist Photovoltaik deutlich effizienter: ²Konventionelle PV-Freiflächenanlagen können sogar 34- bis 52-mal mehr Strom erzeugen als Biogas bzw. Energiemais. Durch Agri-PV ist zudem eine doppelte Flächennutzung möglich, wobei einige Pflanzen von der Überdachung profitieren und besser vor Starkregen oder intensiver Sonneneinstrahlung geschützt sind.

¹Quelle: RVR/Datenquelle: LWK NRW – Feldblöcke in NRW
²Quelle: Umweltbundesamt (2025): Photovoltaik auf dem Acker? – Ein Positionspapier

2. Ist Freiflächen-PV wirtschaftlich?

Info:

³Eine Studie des Fraunhofer-Instituts zeigt, dass Freiflächen-PV aufgrund des steigenden CO2-Preises zukünftig die kostengünstigste Technologie zur Stromerzeugung sein wird. Die Stromgestehungskosten liegen sogar erheblich unter denen von Dach-PV-Anlagen und ebenfalls deutlich unter den Stromgestehungskosten von Windrädern, Kohle- und Atomkraftwerken. Für Kommunen und Investoren bietet Freiflächen- PV unter der Voraussetzung eines weiter steigenden CO2-Preises ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit und unterstützt die Resilienz der Energieversorgung.

³Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Stromgestehungskosten erneuerbare Energien, 2024

3. Dient Freiflächen-PV nur den Investoren?

Info:

Freiflächen-PV ermöglicht die Beteiligung der Bevölkerung an der Energiewende in Form von Crowd-Investments oder Bürgerenergiegenossenschaften. Die wirtschaftliche Beteiligung der Bürger stellt im Rahmen der Bereitstellung von Potenzialflächen des Regionalverbands Ruhr (z. B. über Interessenbekundungsverfahren) ein entscheidendes Kriterium für die Zuschlagserteilung dar.

4. Lohnt sich Freiflächen-PV nur auf sehr großen Flächen?

Info:

Freiflächen-PV kann auch für kleine, kommunal gut integrierbare Standorte geeignet sein. Die durchschnittliche Anlagengröße im Ruhrgebiet beträgt 1,5 Hektar, rund zwei Drittel der Anlagen sind kleiner als 1 Hektar. Für die dezentrale Raumverteilung im Ruhrgebiet ist das ideal.

1,5 Hektar entsprechen ungefähr zwei Fußballfeldern

5. Hat das dicht bebaute Ruhr­gebiet Platz für Freiflächen-PV?

Info:

Das Ruhrgebiet verfügt trotz seiner urbanen Prägung über erhebliche Flächenpotenziale: Weniger als 0,3 % der Gesamtfläche würden ausreichen, um den regionalen Beitrag zu den bundesweiten Ausbau- zielen bis 2030 zu leisten.

6. Schadet Freiflächen-PV Natur und Landschaft?

Info:

⁴Eine BNE-Studie zur Artenvielfalt sowie ein gemeinsames Positionspapier von ⁵NABU und BSW zeigen, dass Freiflächen-PV bei geeigneter Standortwahl und extensiver Bewirtschaftung die Biodiversität fördern kann. Zudem müssen bei EEG-geförderten Anlagen verbindliche naturschutzfachliche Kriterien eingehalten werden. Im Ruhrgebiet bieten insbesondere ehemalige Industrieflächen sowie Flächen entlang von Autobahnen und Bahntrassen geeignete Standorte, ohne das Landschaftsbild stark zu beeinträchtigen. Im Vergleich zu anderen Formen der Energieerzeugung gelten die Eingriffe als gering.

⁴Quelle: Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) e. V. (2025): Artenvielfalt im Solarpark – Eine bundesweite Feldstudie
⁵Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V. & BSW – Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (2021): Kriterien für naturverträgliche Photovoltaik Freiflächenanlagen

7. Nimmt Freiflächen-PV zu vielen landwirtschaftliche Flächen in An­spruch?

Info:

Aktuell sind nur etwa 0,02 % der landwirtschaftlichen Flächen im Ruhrgebiet (ca. 39 Hektar) mit Freiflächen-PV belegt. Selbst bei vollständiger Zielerreichung bis 2030 wären maximal 0,6 % betroffen – und das nur, wenn der gesamte Ausbau ausschließlich auf landwirtschaftlichen Flächen erfolgen würde. ⁶Tatsächlich befindet sich Stand Ende 2025 nur weniger als die Hälfte der installierten Leistung auf solchen Flächen. Der Ausbaufokus liegt auf einer Vielzahl von anderen Standorten wie Deponien, künstlichen Gewässern, Gewerbe- und Industrieflächen oder Parkplätzen.

 

⁶Quelle: RVR/Datenquelle: Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur

8. Sollten statt Freiflächen ausschließlich Dächer genutzt werden?

Info:

Dach- und Freiflächen-PV sind keine Alternativen, sondern Ergänzungen. Um die gesetzlichen Ausbauziele zu erreichen, sind beide Anlagentypen zwingend notwendig. Dach-PV stößt zuweilen an Grenzen wie Statik, Wirtschaftlichkeit, Ausrichtung oder Eigentumsverhältnisse und ist zum Teil teurer als Freiflächen-PV.

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